In-vitro-Fertilisation: Kündigungsschutz ab Einsetzung der Eizelle

bundesarbeitsgericht-ratrGemäß § 9 Absatz 1 Satz 1 des Mutterschutzgesetzes (MuSchG) ist die Kündigung gegenüber einer Frau während der Schwangerschaft und bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Entbindung ist unzulässig. Das Bundesarbeitsgericht hat nun festgestellt, dass das Kündigungsverbot wegen Schwangerschaft bei einer In-vitro-Fertilisation bereits mit der Einsetzung der befruchteten Eizelle in die Gebärmutter (Embryonentransfer) und nicht erst mit der Einnistung besteht.

Im zu entscheidenden Fall bestätigte das Bundesarbeitsgericht auch, dass aufgrund der Umstände der Kündigung – alles deutete darauf hin, dass die Kündigung hauptsächlich aufgrund der von der Arbeitnehmerin angekündigten In-vitro-Fertilisation erfolgte, andere eventuelle Kündigungsgründe waren offenbar nicht ersichtlich – auf eine unmittelbare Diskriminierung wegen des Geschlechts zu schließen sei und die Kündigung daher auch gegen das Benachteiligungsverbot des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) verstoße.

Link: Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 26. März 2015,  2 AZR 237/14 – Pressemeldung