Fristlose Kündigung nach Klick auf „Gefällt mir“

Vor dem Arbeitsgericht Dessau-Roßlau wurde die Kündigung einer leitenden Bankangestellten geprüft, wie das Hamburger Abendblatt berichtet. Sie klickte bei Facebook-Beiträgen ihres Mannes auf „Gefällt mir“ und wurde daraufhin fristlos gekündigt. Die Beiträge ihres Ehemannes zeigten u.a. einen Fisch mit dem Logo des Arbeitgebers der Gekündigten, mit dem Kommentar „Unser Fisch stinkt vom Kopf“. Die Kündigung hatte vor dem Arbeitsgericht jedoch keinen Bestand.

Ob die Gekündigte überhaupt selbst auf „Gefällt mir“ klickte war nicht klar, außerdem sah das Gericht bei dem 25-jährigen Beschäftigungsverhältnis das Erfordernis einer vorherigen Abmahnung. Der Fall ist – wie üblich – als Einzelfall zu betrachten. Schlussfolgerungen im Sinne einer Unbedenklichkeit des Klickens auf „Gefällt mir“ verbieten sich.

Bei verhaltensbedingten Kündigungen ist immer zu prüfen, ob vor der Kündigung eine Abmahnung notwendig ist. Mit der Abmahnung soll der Arbeitnehmer auf ein bestimmtes arbeitsvertragswidriges Verhalten aufmerksam gemacht werden. Für den Fall der Wiederholung des Verhaltens werden in der Abmahnung weitere arbeitsrechtliche Konsequenzen angedroht. Es bedarf in der Regel keiner Abmahnung, wenn dem Arbeitnehmer klar sein musste, dass ein bestimmtes Verhalten vom Arbeitgeber nicht geduldet wird.

Link: Kündigung wegen Facebook-Eintrags nicht rechtens, Hamburger Abendblatt

Dieser Beitrag erschien vor Kanzleigründung in meinem früheren Blog.